Interview mit Franz Ihm 
Segurio und das flexible Zusammenspiel zwischen Versicherung und Kunst

 

Franz Ihm ist ein weiterer von vielen InterviewpartnerInnen, die wir in unserer neuen Serie vorstellen. Die vielen verschiedenen AkteurInnen des Kunstmarktes geben uns Einblicke in ihre Arbeit und ihre Begeisterung für die Kunst, um zu zeigen, wie vielfältig und bunt diese Branche ist. 

Franz Ihm hat mit Segurio ein ganz neues System der Kunstversicherung entwickelt. Digitalisierung, Globalisierung und Flexibilität sind heute extrem wichtig, behauptet er. Ein mutiges Projekt in einem Kunstmarkt, den man nie wirklich durchschauen kann, wie er sagt...

 

1. Versicherungen und Kunst - eine durchaus naheliegende Verbindung, dennoch die Frage wie sind Sie dazu gekommen, in bzw. vielmehr mit der Kunstbranche zu arbeiten?


Während meiner Doktorarbeit habe ich Kunstgeschichte studiert, somit war der Weg in die Kunstbranche schon früh geebnet.

Kunst hat mich schon immer interessiert und ich empfinde den Austausch mit Künstlern sehr bereichernd.
 

2. Welches Problem wollten Sie mit Ihrer Firma Segurio lösen?


Segurio ist die erste digitale Versicherungslösung für Kunstwerke und Sammlungen sowie für Musikinstrumente, Schmuckstücke und andere hochwertige Objekte.

Anstatt Versicherungsverträgen in Papierform, jahrelange Bindungsfristen etc. hat der Kunde bei Segurio seine Versicherung in einem Onlineportal. Dort hat er jederzeit Zugriff auf seine Sammlung, kann Objekte hinzufügen oder wieder entfernen, sich Zertifikate erstellen oder den aktuellen Versicherungsvertrag runterladen.

Was wir erreicht haben:
Während des Gallery Weekends in Berlin kauft sich ein Sammler ein neues Werk, das er sofort mit dem Smartphone versichern kann. Foto aufladen, beschreiben und sofort weltweit versichert. Cool!
 

3. Auch und gerade weil Sie den Vergleich zu anderen (verwandten) Branchen haben … welche Erfahrungen haben Sie im dem Kunstmarkt gemacht?


Mir fällt auf, dass der Kunstmarkt immer digitaler wird. So kaufen zum Beispiel Sammler gerne Arbeiten über die Sozialen Medien, wie Instgram. Das wäre vor 5 Jahren überhaupt nicht denkbar gewesen.

Diese digitale Entwicklung freut mich natürlich sehr, weil ich auch ein Freund schneller und effizienter Kommunikation bin.
 

4. Welche Besonderheiten sehen Sie im Kunstmarkt?

Zu sehen, wie sich junge Künstler und Galerien entwickeln, wie sie auf internationalen Messen positives Feedback bekommen und echt gute Arbeit leisten.

Eigentlich zähle ich aber auch Persönlichkeiten aus verschiedenen Institutionen zum Kunstmarkt - Kuratoren, Museumsdirektoren etc sind schließlich die Instanzen, die am Ende die Ausstellungen machen, die von vielen Besuchern gesehen werden.

 

5. Ich habe mir Ihren Instagram-Account angeschaut und hatte schnell den Eindruck, dass Sie sich der Kunst und der Kunstwelt sehr verbunden fühlen. Ist das richtig und hatten Sie selbst irgendwann auch mal Ambitionen hier noch tiefer als Kunst-Akteur einzutauchen?


Mir kommt es tatsächlich so vor, als wäre ich schon ziemlich tief eingetaucht. Wir versichern international viele Sammlungen, Museen, Galerien, Kunsthändler, Off Spaces und Ateliers. Somit habe ich einen echt guten Eindruck, was in der Branche passiert. 
Eine private Wertschätzung für die Kunst ist damit natürlich total wichtig und absolute Voraussetzung. 
 

6. Was sollte im Kunst-Bereich aus Ihrer Sicht besser werden?


Werdet digitaler!

Ich selbst bin international viel unterwegs für Messen, Veranstaltungen etc. und denke mir oft, dass dies - wenigstens teilweise - durch digitale Möglichkeiten erleichtert werden könnte. So finde ich zum Beispiel virtuelle Meetings oder gelungene Onlineauftritte von Ausstellungen und Messeständen sinnvoll.

Ach wenn es um die Versicherung geht, sind wir unglaublich innovativ und zeitgemäß und das ist eigentlich eine Branche aus dem letzten Jahrtausend was Innovation und Neuerung betrifft. Also, jeder kann es schaffen!
 

7. Was können Ihre Kunden von Ihnen erwarten?

Bei uns treffen sich jahrelange Erfahrung und digitale Erneuerung. Versicherung muss nicht kompliziert sein. Segurio ist einfach, flexibel und farbenfroh.

 

8. Gibt es eine Erfolgsstrategie?

Eine Erfolgsstrategie per se gibt es natürlich nicht. Das wichtigste ist, viel zu arbeiten und die Augen für neue Ideen offen zu halten. Als wichtig empfinde ich es auch, mit Partnern zusammen zu arbeiten, die ähnliche innovative Ziele haben.
 

9. Wie wichtig ist Ihnen Struktur?

Für mich ist Struktur sehr wichtig, wobei sie überschaubar sein und dadurch Flexibilität und schnelles Handeln gewährleisten soll.


10. Was ist aus Ihrer Sicht eine Vison für die Zukunft des Kunstmarkts?

Der Kunstmarkt wird noch internationaler. Es wird meiner Meinung nach nicht mehr zwischen Metropole und Peripherie unterschieden, soll heißen, der Standort einer Galerie wird immer unwichtiger. Wichtig wird hingegen die Online Präsenz und die Interaktion der Galerie in der digitalen Welt mithilfe unterschiedlicher Plattformen und Schnittstellen. 

Außerdem denke ich, dass die Inhalte des Kunstmarktes erweitert werden: Ich könnte mir gut vorstellen, dass eben nicht nur Kunst, sondern in Zukunft auch mehr Erlebnisse geschaffen oder Bildungsaufgaben wahrgenommen werden.


11. Wie groß ist Ihr Team?

Wir sind ein neunköpfiges Team mit den Schwerpunkten zu Versicherung, Technik, Kunstgeschichte und Innovation.

 

12. Auch der Kunstmarkt ist ja im Wandel - wo sehen Sie eine Weiterentwicklung?

Vorher habe ich bereits zum Thema Erlebnis in der Kunst gesprochen. Hier sehe ich schon überall Ideen und Umsetzungen.
 

13. Gibt es etwas, das Sie ganz schrecklich finden am Kunstmarkt? / Was lieben Sie am Kunstmarkt?

Dass man den Kunstmarkt, dank seiner vielen Akteure nie wirklich begreifen und durchschauen kann!

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch, Franz Ihm! - von Segurio